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Die Familie H. : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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den Rücken, indem ſie ihn fragte, ob er um Verzeihung bitten und ſich beſſern oder noch ferner die Kraſt ihres Armes erproben wolle. Vermuthlich war er bereits zur Genüge von deſſen ungewöhnlicher Stärke überzeugt, denn er wurde jetzt plötzlich demüthig und zerknirſcht und ver⸗ ſprach Alles, was man wollte. Frau Bobina ließ ihn jetzt aufſtehen und hielt ihm ein kurze, aber kräftige Bußpredigt, deren Schluß ſo ſchön war, daß ſie mich, ſie ſelbſt und auch den Bauernburſchen rührte, der ſich mit ſeinem Hutſchirm die Thränen aus den Augen trocknete. Ich kenne dich, fügte ſie endlich hinzu,du biſt aus dem Kirchſpiel Amine; dein Vater iſt lange krank gewe⸗ ſen, du kannſt am morgenden Sonntag zu mir nach Löfby kommen und Etwas für ihn holen.

Wir fuhren jetzt ungehindert weiter, hatten aber gleichwohl noch dann und wann eine Aufhaltung unter⸗ wegs. An einer Stelle halfen wir einem alten Weibe, das mit ihrer Fuhre umgeworfen hatte; an einer andern ſtieg die Frau Pfarrerin aus, um mit vieler Mühe ein großes Schwein los zu machen, das ſich an einer Hecke verwickelt hatte und deſſen unharmoniſches Jammergeſchrei ins Innerſte des Herzens drang.

Beim Untergang der Sonne ſahen wir ihre Strah⸗ len Löfby begrüßen, ſchmale Rauchſäulen wirbelten kork⸗ zieherartig aus den Schornſteinen der Hütten empor, breiteten ſich in der klaren Abendluft aus und vereinigten ſich in ein leichtes durchſichtiges Wölkchen, das wie eine roſenfarbene Flordecke über dem Dorfe ſchwebte, welches mit ſeinen zierlichen Häuſern, ſeinen grünen Gärten und ſeinem murmelnden klaren Fluſſe einen reizenden Anblick gewährte, während wir langſam einen langen abſchüſſigen Hügel hinabfuhren, der ſich bald in zwei Arme theilte, wovon der eine nach unſerm etwa fünfzig Schritte vom Dorfe gelegenen Hauſe führte. Die Kühe kamen in langen Zügen mit klingelnden Schellen und friedlichem Brüllen von den Waiveplätzen heim, um ſich melken zu

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