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Die Familie H. : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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Letzter Aufzug.

Im Auguſt 1830

Die Pfarrwittwe Bobina Bult ſaß in ihrem Reiſe⸗ wagen, Zügel und Peitſche in ihren feſten Händen hal⸗ tend. Rings um ſie her waren ins Heu eine Menge Victualien in Säckchen und Bütten eingepackt mitten unter dieſen ihre gute Freundin, Beate Alltäglich.

Der Auguſtabend war mild und ſchön, der Wagen gut, das Pferd munter und dennoch ſah es ſchlimm aus um Frau Bobinas Weiterfahrt denn vor uns zog mit leerem Wagen ein junger Bauernburſche, der ſich in den Kopf geſetzt zu haben ſchien, ihre Geduld zu prüfen, indem er nur im Schritte fuhr und uns nicht vorbei⸗ ließ, denn wandten wir uns rechts, er auch, und ſuchten wir links vorüber zu kommen, ſo vertrat er uns wieder den Weg. Dabei ſang er aus vollem Halſe die anſtöſ⸗ ſigſten Lieder, ſah ſich oft nach uns um und lachte höh⸗ niſch. Ich ſah zur Frau Pfarrerin Bobina Bult auf, denn ich ſelbſt bin leider ein kleines Frauenzimmer, ſie aber iſt hochgewachſen, ſchlank und ſtattlich, wie ein Maſtbaum und ich merkte, wie ihre Unterlippe auf eine Art hervorſchoß, von der ich wußte, daß ſie Zorn bedeu⸗ tete, ich ſah ihr Kinn und ihre Naſenſpitze ſich hochroth färben und die kleinen grauen Angen Pfeile des Unwil⸗ lens abſchnellen. Mehreremale hatten wir den Burſchen mit guten und böſen Worten ermahnt, den Weg frei zu laſſen aber vergebens. Frau Bobina biß ſich in die Lippen, gab mir ohne ein Wort zu ſagen, die Zügel zu halten, ſprang aus dem Wagen, that einige tüchtige Schritte und ſtand eins, zwei, drei an der Seite unſers Plagegeiſtes, faßte ihn mit kräftiger Hand am Kragen, zog ihn, bevor er an einen Widerſtand denken konnte, vom Wagen herab auf den Boden und verſetzte ihm mit dem gewichtigen Stiele ihrer Peitſche mehrere Schläge auf