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Die Familie H. : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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Der Souffleur.

Meine gnädigen Herrſchaften, die Sache iſt die: Herminias Seelenleiden, unter welchen ſie lange kämpfte, hatte wirklich in den entſcheldenden Tagen eine Art ſtil⸗ len Wahnſinn bei ihr zur Folge, ſo daß Jedermann er⸗ ſchrack, wer in ihre Nähe kam. Genſerich G., der in Stockholm erfuhr, wie verzweifelt Ks. Angelegenheiten ſtanden und Herminias Widerwillen wußte, zog ſich aus dem Spiele und verſchwand auf einmal, ohne daß man wußte, wohin. Baron K. ſah bald ein, daß Nichts mehr ihn vom Untergang zu retten vermochte, und beſchloß daher, zu fliehen ſeine Gattin verſprach, ihn zu be⸗ gleiten. In dieſer Zeit der Hoffnungsloſigkeit ging den beiden unglücklichen Gatten ein neuer Stern auf. Sie näherten ſich einander ſie weinten zuſammen über das Verfloſſene wurde der Schleier der Vergeſſenheit geſenkt ſie gelobten, einander auf der mühſamen Wanderung zu ſtützen die frühere Liebe erwachte und ließ ſie ahnen, daß ſie, wenn ſie ihr Feuer bewahrten, auch in der Tiefe des Elends noch einige Glückſeligkeit würden beſitzen können. Der Baronin Herz, deſſen Eis das Leiden gebrochen zu haben ſchien, blutete für Her⸗ minia und entſetzte ſich vor ihrem Schickſal, wenn ſie mit ihren unglücklichen Eltern eine Beute der Noth und des Clends in der Welt umherirren müßte. Eines Abends ſaß ſie da und betrachtete das ſchöne, blaſſe, von Gram und Gemüthsleiden verzehrte Mädchen, das jetzt in einem ſüßen Schlummer lag; es zerriß ihr das Herz, und ihren Stolz unterdrückend, ergriff ſie die Feder und ſchrieb fol⸗ gende Zeilen an die Oberſtin H.:

Eine verzweifelte Mutter ruft die Barmherzigkeit einer Mutter an. Morgen werde ich Stockholm verlaſ⸗ ſen, um aus Schweden zu fliehen. Meine Tochter kann

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