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Die Familie H. : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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Erklärung

abzugeben. Wenn ein Gelée ſo ziemlich fertig iſt, ſo ſchlägt man Eiweiß hinein, um es(wie es in der Kunſt⸗ ſprache heißt) zu klären. So auch, wenn ein Roman, eine kleine Erzählung, oder ſonſt ein literariſches Gebräu dieſer Art ſeiner Vollendung nahe kommt, ſo rückt man mit einer Erklärung oder Auseinanderſetzung hervor, um den trüben Bodenſatz hell zu machen, und dieſe Erklärung hat meiſtentheils viel Aehnlichkeit mit dem Eiweiß, näm⸗ lich ſie iſt zäh und zuſammenhaltend, klar, klärend und ziemlich geſchmacklos.

Ich ſehe bereits, welche Grimaſſen zu meinem Ei⸗ weißkapitel geſchnitten werden, und bin ſelbſt etwas un⸗ ruhig und ängſtlich darüber, wie über alles Zähe; ich glaube daher am Beſten daran zu thun, wenn ich ſtatt meiner eigenen zierlichen Frakturworten dem Leſer eine Unterhaltung mittheile, welche an einem ſchönen Novem⸗ bernachmittag zwiſchen Madame D. und Madame Mel⸗ lander Statt fand, die ſowohl bei ihr, als in der ganzen Gegend die Functionen eines Zeitungs⸗ oder Anzeige⸗ blattes verſah. Damit ſich indeß meine Leſer nicht von den Mißgriffen und Muthmaßungen der beiden Damen irren laſſen, will ich, ohne Wiſſen des ſchwatzenden Waa⸗ res, einen Souffleur auf die Bühne bringen, d. h. einen Hauch vom Geiſte der Wahrheit, der, er möge nun über das Feld der Weltgeſchichte, oder durch die kleinſte Thür⸗ ſpaſte des häuslichen Lebens einherziehen immer ein wichtiger Bundesgenoſſe und Beiſtand iſt. Mein Suuffleur weicht indeß darin von dem beim königlichen Theater ab, daß er nicht die Schauſpieler, ſondern das Publikum auf die rechte Spur ſoufflirt. Doch zur Sache.

Bremer, die Familie H. 15