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Die Familie H. : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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einen ſchiefen Fuß, ein rothes Auge und zwei Warzen auf der Naſe hat. Er hat erſt vor Kurzem die Pfarrei angetreten. Mein Vater hegt viele Achtung und Freund⸗ ſchaft für ihn. Was mich betrifft, ſo würde es mir eine ſchlechte Freude machen, von einem triefäugigen Prieſter getraut zu werden. Aber ich heirathe erſt in ein paar Jahren oder vielleicht im Herbſt, und deßhalb iſt es noch nicht der Mühe werth, daran zu denken.

Beinahe hätte ich die unzähligen Grüße der ganzen Familie an dich vergeſſen.

Ich folgte ſogleich Juliens Aufforderungen und kam, wie man bereits geſehen hat, eines Abends am Schluſſe des Februars im Hauſe des Oberſten H. an.

Ich habe noch einige Worte über die Ereigniſſe dieſes Abends zu ſagen, und knüpfe an dieſe den Faden meiner Erzählung wieder an. Die Blinde, die lange ſtumm und ſchweigend dageſeſſen hatte, ſagte auf einmal mit einer Art Heftigkeit:Ich möchte gerne ſingen. Helena ſtand ſogleich auf, führte ſie ans Piano und ſetzte ſich, um zu accompagniren. Die Blinde blieb ſtehen. Helena fragte, was ſie ſingen wolle:Ariadne auf Narxos, war die kurze, beſtimmte Antwort. Sie fingen an. Ich fand im Anfang die Stimme der Sängerin nicht ange⸗ nehm; ſie war ſtark, tief, beinahe unheimlich, aber je aufmerkſamer man lauſchte, je mehr man auf das Ge⸗ fühl achtete, das ſich durch dieſelbe äußerte und das ſie mit bezaubernder Wahrheit offenbarte, um ſo mehr wurde man hingeriſſen; man ſchauderte unwillkürlich, man fühlte ſein Herz klopfen in Sympathie mit Ariadne, wie ſie von einer ſteigenden Angſt durchdrungen, ihren Ge⸗ liebten ſucht, und den Beſchluß faßt, auf einen Felſen zu ſteigen, um ihn deſto leichter entdecken zu können. Die begleitende Muſik drückt hier meiſterhaft ihr Hin⸗ aufſteigen aus; man glaubt ſie zu ſehen, wie ſie keuchend und ahnungsvoll hinaneilt. Endlich hat ſie die Spitze