Druckschrift 
Die Familie H. : Skizze aus dem Alltagsleben / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
Einzelbild herunterladen

(der Jugendfreund des meinigen) hielt ſo ſchöne Reden und Arvid ſelbſt ſah ſo ſchwermüthig aus, daß er ſich endlich erweichen ließ und ſagte:Nun ſo mögen ſie denn einander haben! Da jubilirten Arvid und ich, wie zwei Lerchen. Du wirſt ihn zu ſehen bekommen, er hat einen dunkeln Schnurrbart und Knebelbart, blaue große Augen, den ſchönſten. doch du wirſt ihn ja ſelbſt ſehen.. du wirſt ihn ſehen. Er hat die ſchönſte Stimme von der Welt, und Emilie mag ſagen, was ſie will, Nichts klingt anmuthiger, als wenn er ſagt:Hol mich der Tauſend! Dieß kommt dir vielleicht ſonder⸗ bar vor aber Du wirſt ihn ſehen, wirſt ihn hören! Komm, komm und umarme ſpäteſtens übermorgen Abend deine Freundin Julie H.

N. S. Sei ſo gut und bringe von den ſchönen Semmeln, die, wie du weißt, mein Vater und meine Mutter ſo gerne eſſen, von den Käſen für Karl und Helena und für mich etwas Pfefferkuchen mit. Du haſt ja immer welche im Vorrath. Emilie, die arme, arme Emilie, wird, glaube ich, genug zu thun haben, ihre Nervenzufälle hinabzuſchlucken. Du kannſt dir nicht vor⸗ ſtellen, wie bange mir iſt, ſie möchte vor lauter Unruhe und Gram bleich und häßlich werden, bis Algernon kommt. Ich glaube Emilie wünſcht es beinahe, ver⸗ muthlich um ſeine Liebe zu ihrer unſterblichen Seele auf die Probe zu ſtellen. Ich bin ſeſt überzeugt, ſie würde von ihm dieſelbe Liebe verlangen, und wenn ſie in einen Maulwurf verwandelt wäre. Dieß macht mir viel Kum⸗ mer und Noth. Emilie kann ſich in ihrem Ausſehen ſo verändern und iſt gar nicht mehr dieſelbe, wenn ſie be⸗ trübt und unruhig, wie wenn ſie ruhig und vergnügt iſt.

Noch einmal lebe wohl.

N. S. Weißt du auch, wer Emilie trauen wird? Profeſſor L., der ſo abſcheulich ernſthaft ausſieht, der

eit au an ſch

ge Jc nie