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einer glücklichen Stunde beſtürmte er das bereits nach⸗ giebige Herz der Schönen ſo gewaltig, daß ihre zittern⸗ den Lippen ſich auf eine Art bewegten, von der er glaubte, ſie müſſe die Pforte bilden, durch welche das capitulirende Ja herauskomme. Er nahm dieß ſchon als ausgemacht, das Wörtchen ſchon als geſagt an, fiel auf die Kniee, küßte ihr Hand und Mund, und die ſchöne Elimia, die vor Ueberraſchung und Beſtürzung beinahe umſank, ſah ſich— ſie wußte ſelbſt nicht wie— verlobt.
Der Hochzeittag wurde von ihrem Vater und Bräu⸗ tigam auf kurze Zeit nachher feſtgeſetzt. Elimia ſagte nicht Ja dazu, ſagte aber auch nicht Nein, und ihr Bräutigam dachte:„Wer ſchweigt, willigt ein.“ Im Verlauf dieſer Zeit rechnete die ſchöne Elimia beſtändig: „Jetzt ſind es blos noch vierzehn, jetzt blos noch zwölf, barmherziger Himmel, jetzt nur noch zehn, gütiger Vater, jetzt bloß noch acht Tage!“ Da bemächtigte ſich ihrer Seele eine immer größere Angſt und Beſtürzung. Ge⸗ ſpenſtige Vorſtellungen und Phantaſieen, zahlreich, wie die Heuſchrecken, die Aegypten überſchwemmt, erfaßten ihr ſonſt ſo klares und ruhiges Gemüth, und ſtif⸗ teten darin Verwirrung und Finſterniß. Sie wollte jetzt ihre Verbindung mit dem edlen Almauzor aufſchie⸗ ben, um nicht zu ſagen, aufheben, da er gewiß weit mehr Fehler habe, als man glaube, und namentlich den unausſprechlich großen, daß er ſie ſo gut zu verbergen wiſſe. Vollkommenheit ſei nicht das Lvos der Menſchen⸗ natur, und wer am fehlerfreieſten zu erſcheinen wiſſe, ſei es vielleicht in der That und Wahrheit am Wenigſten. Deßhalb glaube ſie, daß ihre Charactere auf keine Weiſe harmoniren, überdieß ſei er zu jung, ſie zu alt u. ſ. w.
Summa Summarum, ſie würde auf ihre ganze Lebenszeit
unglücklich werden.
Eine ſehr gute Freundin von Elimia hatte die größte Luſt von der Welt, der Fee Prudentia den Hals zu bre⸗ chen, deren unglückſeliges Geſchenk dieſe veranlaßte, das Gluͤck von ſich zu weiſen, das ſie in der Verbindung mit


