bens, das ſich ſpäter ſo trocken und proſaiſch entwickelte, war ein lieblicher, pvetiſcher Mondſcheinstraum. Manches Sonett, manche Ode widmete ihre Feder allen den rei⸗ zenden Gegenſtänden der Natur, während der reichen Jugendtage, wo das Herz ſo hoch klopft, wo die Gefühte gleich der Frühlingsfluth ſchwellen und der Thränen reiche Quellen einem ſo wonnigen Schmerze entſtrömen; aber in Allem, was ſie ſang, ſchrieb oder träumte, war immer Etwas vom Mondſcheine.
Die Eltern ſchüttelten ihre weißen Häupter.„Mäd⸗ chen, wenn du Verſe machſt, wirſt du nie eine Suppe kochen lernen und jedesmal die Sauce anbrennen laſſen. Du mußt darauf denken, daß du dich mit der Zeit ſelbſt ernähren lernſt, mußt deinen Faden ſpinnen und dein Brod backen lernen. Vom Mondſchein wird man nicht ſatt.“ Aber das Mädchen ſchrieb ihre Verſe, kochte die Suppen und verbrannte die Sauce nicht, ließ das Spinn⸗ rad ſurren, buk ihr Brod, aber vergaß den Freund ihrer Kindheit, den ſanften Mond nicht. Später, als ſein freundliches Licht auf das Grab der Eltern ſchien, ſchrieb ſie keine Verſe zu ſeiner Ehre, ſondern ſah mit bitten⸗ dem Blick zu dem milden Himmelsangeſicht, wie zu einem Tröſter empor, deſſen Licht die Vater⸗ und Mutterloſe auf ihrem einſamen Wege anfeuern und ſchützen werde. Aber ach, die Vater⸗ und Mutterloſe wäre beinahe in dem lieblichen Mondſchein Hungers geſtorben, wenn nicht ein anderes Licht und andere Strahlen ſie gerettet hätten. Dieſe kamen vom Herde einer gräflichen Küche. Die eines Weingelées glückte ihr und machte ihr
lück.
Man hatte an ihr das Talent entdeckt, ausgeſuchtes Weingelée zu machen, bemerkte aber allmählig auch, daß ſie noch andere, eben ſo unſchätzbare Fähigkeiten beſaß. Ein Fräulein mit aufgeſprungenen Lippen befand ſich vortrefflich bei ihrer Mundpommade; ein alter Herr fand zu ſeinem großen Troſte in ihr eine unermüdliche Zu⸗ hörerin der Erzählungen von ſeinen neun und vierzig
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