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bemerkenswerth durch ihre abſonderliche Wohlbeleibtheit und Feſtigkeit, wodurch ſie ſich in der Familie den Bei⸗ namen:„Die Dicken,“ erworben
Der Magiſter ſchwebte nach drei aufeinander gefolg⸗ ten Feuersbrünſten in ſeinem Toupet noch unverzagt mit der Naſe über dem Buche, in möglichſt naher Nach⸗ barſchaft mit dem Lichte. Die Dicken aßen Zwiebäcke und trieben allerhand Poſſen, in Erwartung einer vierten Illumination auf dem Kopfe des Magiſters, deren Her⸗ annahen ſie einander häufig mit freundlichen Püffen und wiederholtem Geflüſter:„Sieh, jetzt, wart einmal! Jetzt kommts!“ zu erkennen gaben.
Jetzt möchte ich für mein Leben gern wiſſen, ob nicht irgend einer meiner liebenswürdigen jungen Leſer, entweder aus großer Artigkeit oder aus einiger Neugierde auch eine nähere Beſchreibung der Perſon zu bekommen wünſchte, die in einer Ecke des Geſellſchaftszimmers ſitzt, ſchweigſam an ihrem Strumpfe ſtrickt, dann und wann aus einer Taſſe Thee nippt und ihre Bemerkungen über die Geſellſchaft macht.
Um keinen Wunſch des Leſers, den ich zu ahnen vermocht, unerfüllt zu laſſen, will ich auch von ihr eine Skizze entwerfen. Sie gehört zu der Klaſſe von Per⸗ ſonen, über deren Exiſtenz eine einfältige Mitſchweſter ſich ſo ausließ:„Bald ſoll man ſein, als wäre man überall, bald aber ſoll man ſein, als wäre man gar nicht da.“ Dieſes abſonderliche Daſein kommt im Allge⸗ meinen der Perſon zu, die ohne zur Familie zu gehören, in dieſelbe als Geſellſchafterin, als Helferin und Ratherin in Leid und Freud aufgenommen iſt. Ich will mit we⸗ nigen Worten eine ſolche Perſon im Allgemeinen ſchil⸗ dern, und um ſie in unſerem titelſüchtigen Geſellſchafts⸗ leben nicht leer ausgehen zu laſſen, will ich ihr den Titel Hausräthin verleihen. Ihr Wirkungskreis iſt aus⸗ gedehnt und folgendermaßen beſchaffen. Sie darf ihre Gedanken, ihre Hände, ihre Naſe, in Allem mit und ſogar obenan haben— aber man darf es nicht merken.


