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net Karl— war drei Ellen lang, wohl gewachſen, un⸗ gezwungen in ſeinen Bewegungen— Dank ſei es der Natur, der Gymnaſtik und ſeiner Schweſter Inlie. Er hat manche eigene, bergfeſte Ideen und namentlich drei Lieblingsideen. Erſtens, daß das ſchwediſche Volk das allererſte und vorzüglichſte Volk Europas ſei. Dieß be⸗ ſtreitet ihm Niemand in der Familie. Zweitens, daß er ſich niemals verlieben könne, denn er ſei zwanzig Jahre alt geworden, ohne ein einziges Mal ſein Herz ſchlagen zu fühlen, während viele ſeiner glücklicheren Kameraden aus lauter Liebe verrückt geworden ſeien.„Das kommt ſchon!“ ſagt der Oberſt. Julie ſagt, er werde ſich noch bis über die Ohren verlieben. Emilie ſeufzt und bittet Gott ihn davor zu bewahren. Drittens glaubt der Kornet, er ſei ſo häßlich, daß er ſogar Pferde ſcheu machen könne. Julie meint, dieſe Eigenſchaft könne ihm bei einem Angriff auf feindliche Kavallerie ſehr zu Statten kommen, aber ſowohl ſie, als ihre Schweſtern und noch viele andere ſehen in dem offenen, redlichen, männlichen Ausdruck auf dem Geſichte des Bruders einen vollkommenen Erſatz für die mangelnde Schönheit der Züge. Sie wiederholt ihm oft zu ſeiner geheimen kleinen Freude, wie entſetzlich häßlich und unerträglich ſie Herrn P. mit dem ſchönen Apollokopf ohne Aus⸗ druck und Leben finde. Kornet Karl liebt ſeine Schwe⸗ ſtern zärtlich und erweist ihnen alle Dienſte, die in ſei⸗ ner Gewalt ſtehen, namentlich übt er ſie auch in der Geduld.
Neben ihrem Vater ſaß die jüngſte Tochter, die ſiebenzehnjährige Helena. Beim erſten Blick auf ſie war man geneigt, ſie zu beklagen, beim zweiten ihr Glück zu wünſchen. Sie war häßlich und bucklig, aber aus ihren ungewöhnlich klaren Augen ſtrahlte Verſtand und Heiterkeit. Sie ſchien jene Feſtigkeit und Ruhe des Charakters, jene Klarheit, Beſtändigkeit und Mun⸗ terkeit des Gemüthes zu beſitzen, die eine zuverläßigere Bürgſchaft für des Lebens Ruhe und Gluͤck gewähren,


