S—
12
Und doch war Emilie nicht in Allem ſo, wie ſie ſchien, oder vielmehr ſie beſaß einen guten Theil jener Inconſequenzen, die ſelbſt mit der edelſten Menſchennatur verbunden ſind, wie etwa die Knoten in einem ſonſt feinen und ſorgfältig ausgearbeiteten Gewebe.
Uebrigens ſtand Emilie nicht mehr in der erſten Jugend und du, meine junge, ſechszehnjährige Leſerin, wirſt ſie vielleicht ſehr, ſehr alt finden.„Wie alt war ſie denn?“ fragſt du vielleicht.„Sie hatte ſo eben ihr ſechsundzwanzigſtes Jahr zurückgelegt.“„Uh, das iſt ent⸗ ſetzlich! Dann war ſie ja ſchon eine alte Jungfer.“ Nicht ſo entſetzlich, nicht ſo alt, mein Roſenknöspchen. Sie war blos eine Roſe in ihrer vollen Blüthe und ſo dachte auch Herr doch davon ſpäter.
Ich beklage den Maler, dem der ſchwere Auſtrag zu Theil wird, Juliens Portrait zu verfertigen; denn ſie iſt ein perbetuum mobile in mehr als einer Beziehung. Bald ſpielt ſie ihrem Bruder, der nie eine derartige Schuld unbezahlt läßt, Schelmenſtreiche; bald beſchäftigt ſie ſich auf die eine oder die andere Art mit den Schwe⸗ ſtern. Manchmal putzt ſie die Lichter und löſcht ſie aus, um nur das Vergnügen zu haben, ſie wieder anzuzün⸗ den, bringt die Bänder an der Haube ihrer Mutter in Ordnung oder Unordnung, und ſchleicht ſich häufig hin⸗ ter den Oberſten, legt ihren Arm um ſeinen Hals und küßt ihn auf die Stirne. Sein gewöhnlicher Ruf:„Laß mich in Ruhe, Mädchen!“ ſchreckt ſie durchaus nicht ab, bald wieder zu kommen.
Ein liebliches Köpfchen, um welches reiche Flechten blonden Haares eine Krone bilden, blaue lebhafte Augen, dunkle Wimpern und Augenbraunen, eine wohlgebildete Naſe mit einer kleinen, vornehmen Bucht, ein etwas großer aber ſchöner Mund, ein kleiner, feiner Wuchs, kleine Händchen und kleine Füßchen, die lieber tanzen als gehen möchten— da habt ihr Julie mit ihren acht⸗ zehn Jahren.
Bruder Karl— ach, bitte um Entſchuldigung, Kor⸗
net gezr Nat hat Liel alle ſtrei ſich alt zu aus ſcho noc bitt Kot ma bei Ste und mät eine der kleit ſie dru ſter: ner Get
ſieb wa Glr aus und des terk Bü


