Teil eines Werkes 
3 Bändchen (1849)
Entstehung
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der ſtolze Sinn in Ida's Bruſt. Nun bereute ſie, daß ſie ſo ſteif, ſo kalt geweſen, nun ſehnte ſie ſich zurück, um noch einmal Abſchied zu nehmen, um die mütterliche Hand zu küſſen, um einen freundlichen Blick, ein freund⸗ liches Wort zu empfangen. Wie leere, düſtere Augen⸗ höhlen ſtierten die leeren Fenſter als Erwiederung auf ihre forſchenden, verlangenden Blicke. Und Adolph ſaß ſchweigend und ernſt da, augenſcheinlich gleichfalls be⸗ drückt. Bald wandte ſich der Wagen vom Hauſe ab und rollte durch die Allee, nach dem offenen Felde zu. Mit thränengeſchwellten Angen warf Ida einen Abſchieds⸗ blick zurück auf das verſchwindende Herrſchaftsgebäude und nach der alten Dame. Sie dachte:„Ich werde ſie nicht mehr ſehen.“ Aber wer iſt es, der dort ſteht an dem rothbemalten Gitterthor, und es für die Reiſen⸗ den offen hält? Der Wind flattert in dem weiten, hellen Kleide und ſtreut verwelktes Laub um die ſchneeweiße Haube. Iſt's möglich? Kann es ſein? Ja es kann ſein, es iſt wirklich die alte Dame, die auf einem Nebenweg durch den Garten geeilt iſt, um ihre Kinder noch einmal zu ſehen, ihnen noch einen Liebesdienſt zu erweiſen, noch ein freundliches, zärtliches Wort zu ſagen. Ja, es iſt die alte Mutter, die Frau von Bragesholm, die hier ſteht und für die Reiſenden das Gitterthor offen hält, wie der geringſte der Diener. Keuchend und beinahe athemlos von dem ſchnellen Laufe ſteht ſie da, aber ihre Wangen ſind hochroth, ihre Blicke ſo ſanft und innig.

„Halt!“ rufen jetzt Adolph und Jda zugleich,„halt!“ Und Beide ſtürzen aus dem Wagen, bevor er noch recht angehalten hat, und in die Arme der Matrone. Ida ſank ihr zu Füßen. Aber bald iſt ſie emporgerichtet und erwärmt, o wie lieblich erwärmt! an dem mütterlichen Herzen.„O Ida! Ida! mach'ihn glücklich!“ flüſterte Frau Cäcilie und hielt ſie feſt an ihre Bruſt gedrückt. Und da that Ida einen ſtillen Eidſchwur, einzig und allein für dieſes Ziel zu leben, da ſchwur ſie für immer den ſtolzen, bittern Sinn ab, der bisher ſie und ihre Umgebung unglücklich gemacht hatte. Er bekam hier ſeinen Todesſtoß, das

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