Teil eines Werkes 
3 Bändchen (1849)
Entstehung
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Ruhe nicht alle Wirkſamkeit aus. Und wenn ich mich für Bragesholm zu alt fühle, ſo fühle ich mich noch jung genug für Innerſtalund, um dort zu pflanzen, zu ordnen und dieſes Plätzchen zu einem recht angenehmen zu machen. Dieß ſoll in meinen alten Tagen meine Be⸗ ſchäftigung und mein Vergnügen ſein, und Ina ſoll mir dabei helfen. Vor allen Dingen wollen wir unſere Gaſt⸗ zimmer dort in Otdnung bringen, damit wir unſere Freunde recht bald empfangen und ſie bereits auf den Winter zum Einzugsſchmaus dahin einladen können, nachdem wir zu⸗ vor dem eurigen hier angewohnt haben. Wir werden doch hoffentlich eingeladen werden?“

Frau Cäcilie ſagte das mit einem freundlich ſchalk⸗ haften Blick auf Adolph und Ida, in der Hoffnung, die allgemeine Stimmung dadurch heiterer zu machen.

Aber Adolph und IJda, wie überhaupt die Meiſten am Tiſche, waren nicht heiter, ſondern feierlich und traurig geſtimmt. Adolph und Ida ſtanden auf, gingen zu Frau Cäcilie hin und baten ſie voll Ernſt und Rüh⸗ rung, ſie möchte nicht daran denken Bragesholm zu ver⸗ laſſen, ſondern dableiben und ihnen erlauben, ſie als Kinder mit ihrer Liebe zu umgeben und Alles aufzu⸗ bieten, um ihr das Leben behaglich und angenehm zu machen.

Frau Cäcilie jedoch beharrte auf ihrem Entſchluß, und man ſah bald, daß derſelbe unwiderruflich gefaßt war. Sie bat ihre Kinder zuletzt, nicht weiter in ſie zu dringen und nicht mehr davon zu ſprechen. Die Sache war in ihrem Innern feſt abgemacht.

Ida zog ſich zurück, verletzt von Frau Cäciliens— wie ihr ſchien— kalter Zurückweiſung ihres aufrichtig guten Willens; auch war es ihr, als habe die Matrone, als Ida mit einer Umarmung ſie bat bei ihnen zu bleiben, ſie zurückgeſtoßen. Möglich, daß Ida ſich darin täuſchte. Möglich aber auch, daß ſie Recht hatte, und daß Frau Cäcilie unbewußt eine Bewegung gemacht hatte, um die nicht ganz willkommene Schwiegertochter von ſich zu entfernen. Denn das Herz hat ſolche Ge⸗

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