ihr Herz und ihren Stolz verletzt. Sie wollte es nicht fühlen, ſie verſuchte ſich nichts anmerken zu laſſen; aber es gelang ihr nicht. Und ſo wurde fſie bitter in ihrem Gemüthe, unzufrieden mit ſich ſelbſt, mit Adolph und mit der alten Dame.
Heute ſah jedoch Frau Cäcilie ſo heiter und freund⸗ lich aus, daß Niemand etwas gegen ſie auf dem Herzen haben konnte. Sie ſah ſich am Tiſche um, blickte auf ihre Kinder, auf Sprößlinge von jedem Alter, die um ſie her emporwuchſen, und betrachtete ſie alle mit einem Gefühl wehmüthiger Freude. Sie ſah dieſe im Leben aufwärts gehen, ſie fühlte, daß es mit ihr ſelbſt nieder⸗ wärts ging. Sie kam ſich wie ein Schatten vor neben dieſen lebenskräftigen, blühenden jungen Leuten, aber ſie freute ſich darüber, ſie hätte es nicht anders gewünſcht.
Das Fräulein blickte ſchalkhaft auf die jungen Da⸗ men Amalie, Ida und Charlotte, die in Roſenfarben prangten, und ſagte zu ihnen:
„Ihr meint gewiß recht ſchön zu ſein, ihr jungen Weiber da, und ich ſehe es den Herren an, daß ſie euch auch ſo finden; aber ich muß Euch dennoch ſagen, daß keine von Euch heute ſo ſchön iſt wie— die alte Ge⸗ bieterin von Bragesholm.“
„Die alte Gebieterin von Bragesholm iſt jetzt ab⸗ geſetzt,“ erwiederte Frau Cäcilie lächelnd und mit leich⸗ tem Erröthen.„Sie räumt den Platz für jüngere Kräfte. Wenn Adolph mit ſeiner jungen Frau auf den Herbſt hieher zurückkommt, ſo bin ich nach Innerſtalund über⸗ geſiedelt, und Avolph's Frau wird hier Gebieterin und Wirthin. Juſt heute, bevor wir uns trennen, meine lieben Kinder, wollte ich mit Euch von meinen Plänen für die nächſte Zukunft ſprechen. Es iſt nämlich mein Wunſch, ſo bald wie möglich die Verwaltung von Bra⸗ gesholm an Adolph und Theodor abzutreten, die nun⸗ mehr Alles einrichten mögen, wie ſie es für gut finden. Ich fühle, daß ich zu alt werde, um
Aber hier wurde Frau Cäcilie durch ein allgemeines Gemurmel unterbrochen. Alle erklärten ſich vollkommen
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