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„Der Verwalter!“
Sie öffnete, und der alte Verwalter ſtand in tiefer Aufregung vor ihr.
„Liebe Frau,“ ſagte er,„Sie werden mir doch nicht böſe ſein?“ Und er weinte.
„Allervings, Hans Ernſt,“ antwortete Frau Cäcilie „ich bin wirklich unzufrieden mit Dir. Aber bloß weil Du mir Herrn Erich's Rücktehr nicht ſogleich anzeigteſt, als Du ſie wußteſt. Sag' warum thateſt Du vas nicht?“
„Liebe Frau, ich durfte ja nicht vor ihm!. Denn als ich ihm meine Gedanken mittheilte, da ver⸗ bot er mir, davon zu ſprechen, und bedrohte mich, ja wahrhaſtig, bedrohte mich, wenn ich ein Wort ſagen würde. Und ſo hätte er mich noch im letzten Augenblick verhindert, wenn es in ſeiner Macht geſtanden hätte, mich zu verhindern. Aber ſehen Sie, ich konnte es nicht auf mich nehmen. Ich mußte mit der Wahrheit heraus⸗ rücken.“
„Das iſt Alles recht ſchön und brav,“ ſagte Frau Cäcilte,„und Du haſt gethan, wie Du ſollteſt. Meinen Dant Lafür! Aber jetzt gute Nacht, lieber Hans Ernſtl Wir können jetzt beive ruhig ſchlafen. Morgen wollen wir weiter darüber reden. Gute Nacht!“ Und die Ma⸗ trone und der alte Verwalter reichten einander die Hand. Darauf trennten ſie ſich, und Frau Cäcilie ging, da ſie jetzt allein war, zu Bette. Als ſie nun in ihrer Ein⸗ ſamkeit Alles von Neuem an ihrem Geiſte vorübergehen ließ, als ſie ſah, wie ſo Manches, ja beinahe Alles an⸗ ders gegangen, als ſie erwartet und beabſichtigt hatte, und wie ſo mancher ihrer ſtillen Pläne geſcheitert war, da konnte ſie ſich eines halb wehmüthigen Lächelns über ſich ſelbſt, ſowie über menſchliche Entwürfe und Hoff⸗ nungen im Allgemeinen nicht enthalten. Aber aufrichtig dankte ſie Gott für die Wiederkehr des verlorenen Sohnes und dafür, daß ſich bei ihren eigenen Kindern kein un⸗ edles Gefühl, keine ſelbſtſüchtige Regung fundgegeben hatte. Und wenn ſie an Theodor's edle Abſicht und Ge⸗ müthsart dachte, wenn ſie überlegte, wie ſtatt bitterer


