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nicht tadelnswerth. Ich wollte kennen lernen und ur⸗ theilen, bevor ich handelte. Ich kam nicht mit gutem Glauben hieher. Ich habe der Reinſten, der Beſten miß⸗ traut und ſie beargwöhnt. Und darin liegt mein Ver⸗ gehen. Aber ich habe meinen Fehler erkannt. Und jetzt bleibt mir nur noch übrig, ihn durch die That zu ſühnen.“ Er beugte ſein Knie vor Frau Cäcilie und bat mit erſtickter Stimme:
„Umarme mich, meine Mutter!“
Sie ſchloß ihn in ihre Arme und küßte ihn auf die Stirne.
„Dank!“ ſagte er leiſe. Und nun ſtand er auf und blickte ringsum.
„Mutter, Brüder, Schweſtern!“ ſagte er,„ich habe eure Geſichter erblaſſen, eure Blicke ſich verfinſtern ſehen bei meiner Erſcheinung. Das ſoll nicht mehr geſchehen!— Der erſte Erbe iſt todt. Ihr ſeht ihn nie wieder!“
Und er ſtürzte aus dem Zimmer.
Aber ſchneller als ein Gedanke war Adolph hinter ihm her und erreichte ihn in dem Augenblick, wo er ſich eben auf ein geſatteltes Pferd werfen wollte, das in ge⸗ ringer Entfernung vom Hauſe bereit ſtand.
„Thor!“ ſagte Adolph, von edlem Zorn erglühend, indem er ihn mit kräftigen Armen faßte,„was ſoll das? Hältſt Du uns für fähig, aus deiner Thorheit Nutzen zu ziehen? Begreifſt Du nicht, daß ich, wohin Du auch fliehen woliteſt, Dir folgen und Dich nicht verlaſſen würde, bis ich dich zurückgebracht hätte? Siehe, Deine Mutter und Deine Schweſtern kommen, um Dich zurückzuholen!“
Theodor hätte ſich aus Adolph's Armen losreißen, er hätte ſich in ſeiner ercentriſchen Stimmung auf ſein Roß werfen und davon jagen können, fern in die weite Welt hinaus, wohin es ſchwer geweſen wäre, ihm zu
folgen und ihn aufzufinden. Er hätte es gekonnt und er wollte es. Aber als er aus dem edelſten Frauen⸗ munde mit herzzerreißendem Ausdruck den Ruf: Erich! Erich! mein Sohn! kommen hörte, da vermochte er nicht
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