Teil eines Werkes 
3 Bändchen (1849)
Entstehung
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Woher kommt ein ſolches Lächeln? Iſt es nicht ein Strahl aus dem Urquell des Lichtes?

Wenn Gott die Welt erleuchten und erwärmen will, braucht er dann zuerſt Worte und Beweiſe? Nein, ſon⸗ dern er läßt die Sonne, ſein Lächeln, ſtrahlen. Erſt das Leben, dann die Lehre. Erſt das Licht(die Weisheit), dann die Lehre davon.

Und hörſt Du! hörſt Du! wenn dieſer ſo lebendige, ſo lächelnde Geiſt ein Weib iſt, glaubſt Du nicht, daß es dann etwas Beſonderes zu bedeuten habe?

Warum ging Numa zur Egeria, um Weisheit zu holen? Warum lauſchte der weiſeſte der Griechen auf die Eingebungen Aſpaſias? Warum hatten alle Orakel der Vorzeit eine weibliche Prieſterſchaft? Warum be⸗ ſaßen die Wala und die Iduna des Nordens allein das Geheimniß vom Urſprung und Ziel der Welt? Warum haben noch heute alle Völker das Gefühl einer myſti⸗ ſchen Gewalt der Frauen, die ſie bald zu unterdrücken ſuchen, bald verehren, immer aber— wohl oder übel— leiden müſſen?

Iſt es nicht deßhalb weil die Fran als die Letzt⸗ geborne der Schöpfung, das Schlußwerk des Schöpfers, immer eine geheimnißvolle, engere Verbindung mit der Urquelle alles Lebens beibehält, und weil das Ur⸗ ſprungswort noch immer in ihrer Seele zuerſt er⸗ zeugt wird?

Phantaſien! ſagſt Du und deuteſt auf die All⸗ tagsgeſchöpfe in der Welt. Du haſt Recht. Aber ich habe auch Recht!

Ich wandere und reite viel auf dem Gute herum. Ich beſuche die Bauern und die Arbeiter des Guts in ihren Wohnungen. Ich frage ſie, laſſe ſie reden, höre und lerne. Wer es nöthig hat, der kann ſich hier überzeugen, daß kein Gut auf die Dauer ſich verbeſſern läßt, wenn nicht zugleich der Wohlſtand der Unter⸗

gebenen ſich verbeſſert, und daß chriſtliche Billigkeit und Güte in letzter Inſtanz auch weltliche Klugheit