Teil eines Werkes 
3 Bändchen (1849)
Entstehung
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149 wünſcht, mit ihm ſelbſt. Jedenfalls hoffe ich, daß er

ſo lange als möglich auf Bragesholm verweilen wird.“

Frau Cäcilie ſagte dieß in ſo zärtlichem und zu⸗ gleich ſo würdevollem Tone, daß Charlotte, tief gerührt und entzückt über ſo viel mütterliche Güte, im buch⸗ ſtäblichen Sinn des Worts ihre Hände mit Küſſen bedeckte. Voll Vergnügen eilte ſie dann hinweg, um dem Capitän, der in unruhiger Erwartung auf ſeinem Poſten ſtand, ſowie dem Fräulein, das ebenfalls wartete, die frohen Ausſichten mitzutheilen.

Charlotte war noch keine zehn Minuten fort, als Fräulein* in's Schlafzimmer trat und mit halb ern⸗ ſter, halb komiſcher Miene der Verlegenheit erklärte, ſie habe— ein Geſtändniß abzulegen.

„Auch Du?“ rief Frau Cäcilie verwundert und beinahe ergötzt über dieſe Wiederholung.„Nein, es wird wirklich zu viel. Haſt etwa auch Du, meine alte, kluge Emeli, Dich von der Liebe überraſchen laſſen und Deine Verlobung gehalten?“

„Gott ſteh mir bei! es iſt wirklich ſo,“ antwortete das Fräulein.„Der Oberſt G. hat um mich angehalten, und ich habe geantwortet: Ja, es ſei!“

Jetzt lachte Frau Cäcilie aus vollem Halſe.„Nein, es iſt gar zu toll!“ rief ſie,„und ich weiß nicht, wie das noch enden ſoll. Es fehlt jetzt nur noch, daß mein kleiner Knirps herkommt und geſteht, er habe ſein Herz verſchenkt und eine Wahl für ſeine Lebenszeit getroffen; endlich müßte noch mein alter Verwalter ſeine Verlobung mit meiner alten Jungfer Liſe ankündigen, dann wäre Alles fertig. Ich glaube, daß die warme Johannisſonne die Menſchen verhert und ſowohl ihre Herzen als ihre Köpfe entzündet. Alſo auch Du, liebe, alte Freundin? Nein, man möchte verrückt werden. Du, die Du gottes⸗ fürchtig und ernſthaft daſitzen, ſpinnen und in der Po⸗ ſtille leſen, die Du mir im Herbſt und Winter Garn

entwirren und alte Lieder vorſingen ſollteſt, Du gibſt Dich ſtatt deſſen mit Heirathsgeſchichten und Roman⸗ ſcenen ab, ja, Du geberdeſt Dich um kein Haar klüger,