Teil eines Werkes 
3 Bändchen (1849)
Entstehung
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Beinahe unmuthig, forderte Frau Cäcilie ihre Tochter auf, zu ſprechen.

Und Charlotte ſprach, erzählte und bekannte Alles, was wir bereits wiſſen. Und es war ihr ein unbe⸗ ſchreiblicher Troſt, als ſie der Mutter Geſicht bei ihrer naiven Erzählung ſich aufheitern und zuletzt gutmüthig lächeln ſah. Um ſo beredter wurde ſie daher auch in der Lobpreiſung ihres Reinhold, und ſie verwies auf Fridolph, welcher die Wahrheit alles deſſen, was ſie zu ſeinem Lobe geſagt, beſtätigen würde.

Nach Adolph's Bekenntniß gereichte es wirklich Frau Cäcilien zu nicht geringer Tröſtung und Herzens⸗ erleichterung, die Beichte Charlottens anzuhören, wo⸗ durch ſie auf einmal von allem Kummer in Betreff einer unglücklichen Neigung ihrer Tochter erlöst wurde, obſchon ſich dagegen jetzt Befürchtungen wegen einer neuen Uebereilung in der Wahl eines Freundes für 6 ganze Leben in ihr regten. Aber Frau Cäcilie agte:

„Mein beſtes Kind! Du weißt, daß es Dir voll⸗ kommen freiſteht, nach eigenem, beſtem Wiſſen für Dein Lebensglück zu wählen und Beſchlüſſe zu faſſen, und daß ich mich in eine ſo wichtige Sache, wie die Ehe iſt, nicht miſchen will. Hierin muß jeder Menſch ſelbſt wählen und beſchließen. Auch ſetze ich in meine Char⸗ lotte ſo viel Vertrauen, daß ich überzeugt bin, ihre Wahl könne ihr nur Ehre machen. Wenn ich Dich nun bitte, die ſchließliche Entſcheidung noch kurze Zeit zu verſchieben, ſo geſchieht dieß nur, weil ich ſelbſt gern ſehen will, ob Du Deiner Wahl vollkommen ſicher und mit Dir ſelbſt einig biſt, und weil ich den Mann näher kennen zu lernen wünſche, dem ich das Recht anvertrauen ſoll, mein geliebtes Kind aus ſeiner Hei⸗ math wegzuführen und für ſein Glück zu ſorgen. Er muß ein ſehr braver Mann ſein, wenn ich mich darein finden und mit ihm zufrieden ſein ſoll. Aber ich hoffe auch, daß Capitän Rapp das iſt, und ich werde mit Fridolph über ihn ſprechen und ebenſo, wenn er es