Teil eines Werkes 
3 Bändchen (1849)
Entstehung
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Zimmer zurückgezogen hatte, und ſobald ſie hinein ie:

kam, rief ſi

„Nein, jetzt muß ich doch mit Jemand ſprechen und mein Herz erleichtern, ſonſt zerſpringt es mir. Es iſt nicht möglich, mit Mama ein Wort zu reden! Und mit Ina ebenſo wenig. Dieſer Künſtler da, Herr Theodor, glaubt ſich allein berechtigt, ihr Ohr zu beſchäftigen. Nun mußt Du mich anhören, Tante, mir rathen und wo möglich— auch helfen.“

„Sprich, ſprich doch, liebes Kind,“ antwortete das Fräulein.„Ich habe geſehen, daß Du den ganzen Areſkuta auf der Bruſt haſt und nicht recht athmen kannſt. Wirf ihn ab, erleichtere Dich, ich bin bereit, Deine Laſt zu theilen.“

„Und lache mich nur nicht aus, Tante, denn es ſteht gar nicht zum Beſten mit mir.“

„Gott ſteh' uns bei, liebes Kind! Sprich, was iſt's? was gibt's?“

„Ach ja! Es iſt. daß ich. daß ich mit dem Capitän Rapp verlobt bin, d. h. daß ich ihm mein Ja⸗ wort gegeben habe, unter der Bedingung, daß Mama das ihrige auch gibt. Er iſt jetzt da, um von Mama meine Hand zu begehren, und ich habe ſchrecklich Angſt, Mama möchte bös werden, möchte nicht gut dazu ſehen. Denn Mama kennt im Grund den Capi⸗ tän Rapp gar nicht und hegt keine Ahnung von un⸗ ſerer Abſicht, ſondern hat, wie ich wohl weiß, ganz andere Gedanken für mich, und zwar ſchon ſeit ſechs Monaten.

„Sieh, Tante! Seit Virginia's Tod konnte ſich Adolph nirgends wohl fühlen, als hier bei uns, bei Mama, Ina und mir. Und wenn er ſehr betrübt war, dann kam Mama mit dem kleinen Knirps auf den Armen zu ihm und zeigte ihm, was für ein hübſcher, munterer Junge er ſei. Und wenn Adolph bei Nacht nicht ſchlafen konnte, ſo ging Mama zu ihm hinauf, weinte mit ihm, oder ſprach mit ihm und tröſtete ihn; auch gefiel es ihm wohl, wenn er mich ſpielen und

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