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ten mir nicht lieber ſein als er. Der kleine Junge dort hat ſeine Mutter, meine Virginie, das Leben gekoſtet, und Adolph's Kummer um ſie macht ihn mir immer theurer. Er kommt jetzt bald von einer langen Reiſe nach Hauſe zurück. Bald darauf kommen auch meine andern Kinder, und dann wird es weit munterer auf Bragesholm, als Du es je geſehen haſt.“
„Aber zu dieſer Munterkeit paſſe ich ja nicht,“ verſetzte Ida halb ſcherzend.„Ehe ſie Alle kommen, habe ich wohl Tornea hinter mir und bin auf dem Weg nach Uleaborg und von da nach Petersburg...“
„Die Poſt kommt!“ unterbrach Frau Cäcilie, in⸗
dem ſie auf ſchwere Tritte draußen vor der Thüre hörte.
Sie ging hinaus und kam bald mit dem Poſtfelleiſen zurück, das ſie öffnete und Briefe und Zeitungen heraus⸗ nahm Zwei Briefe übergab ſie Ida, zwei andere be⸗ hielt ſie für ſich, erbrach ſie haſtig und las. Ida ſah, wie ſich das Geſicht der Matrone mitunter vor Freude verklärte. Und als ſie ausgeleſen hatte, legte ſie ihre Hand auf Ida's Arm, drückte ihn und ſagte:
„Ach, Ida! immer das Rechte thun zu können! Dafür habe ich jetzt achtzehn Jahre lang gearbeitet und nun kommt bald der Augenblick, wo ich ſagen kann: Ich habe es gethan! Ich hätte ſonſt in meinem Grabe nicht ruhig liegen können. Aber jetzt!... Und meine Kinder!... Ich kann ihre Zukunft als geſichert betrachten, kann ihnen das Gut ſchuldenfrei hinterlaſſen. Und Adolph, mein Sobn Adolph kommt ſchon heute Abend, um dann bei uns zu bleiben. Ich muß es ſogleich Ina ſagen.“
Und Frau Cäcilie eilte mit ihren Briefen in der Hand aus dem Zimmer.
Ida blickte ihr nach.„Wie jung ſie noch an Leib und Seele iſt!“ dachte ſie,„und ich?“ Sie ſah auf ihre Briefe und öffnete ſie mit dem Ausdruck ſtolzer Gleichgültigkeit. Sie las und ihre Blicke flammten im Zorn. Den einen Brief zerknitterte k. mit rach⸗


