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Ratrone
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ſanft und gedankenvoll,„nnd inzwiſchen können wir beſſer, geduldiger werden. Ja, die Zeit und die Selbſfiprüſung. Denn ſie macht uns demüthig, über die wahrhaft Demüthigen kommt Gottes Friede, oft auch Gottes Kraft.“
Es lag etwas unendlich Hohes und Schönes in dem Ausdruck, mit welchem die Matrone dieſes ſagte, als käme es aus einer innern, tiefen Erfahrung.
Aber die junge Dame ſchüttelte ungeduldig ihr trotziges Haupt, und auf ihren Lippen ſchwebte ein Hohnlächeln, das zu ſagen ſchien:
„Demuth habe ich ſchon oft predigen gehoͤrt; aber üben?“
Schweigend blickte ſie hinaus auf die blühende, ſonnenbeglänzte Erde, und der bittere Geiſt in ihr flüſterte:„Schein! Blendwerk!“
Armes junges Weib!
Die Matrone hatte andere Gedanken.
„Wie der grüne Hanfacker nach dem Regen glänzt,“ ſagte ſie freundlich lächelnd,„und wie das Korn ge⸗
deiht! Es ſieht aus, als ſollten wir eine gute Ernte
bekommen. Und wenn der Hanf dießmal gut ausfällt, ſo wollen wir im Winter ſpinnen und weben, daß es ſurren ſoll. Du mußt ſpinnen lernen, Frau Sola,“ fuhr ſie in heiter ſcherzendem Tone fort;„ich muß Dich an einen Webſtuhl ſetzen, dann wird auch das unruhig brauſende Gemüth ſich beſchwichtigen. Du biſt eine ſchöne Aeolsharfe, meine liebe Frau Sola, aber allzuſehr den Winden bloßgeſtellt. Wenn die zitternde Saite ein tüchtiges Haushaltungsſeil würde, dann müßte es wohl anders klingen.“
Ida mußte lachen und that es jetzt ſo gutmüthig, wie Frau Cäcilie ſelbſt.
„Ach!“ ſagte ſie,„würde ich nur ein Haushal⸗ tungsſeil in Deiner Hand, liebe Mutter, dann könnte ich vielleicht mehr Nutzen ſtiften. Aber.. das kann nicht ſein. Und im Winter bin ich ſchon weit fort von hier... draußen auf dem unruhigen Meere der Die Johannisreiſe. 4


