Teil eines Werkes 
3 Bändchen (1849)
Entstehung
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Und wenn die erſte Zeit vergangen iſt und über der alten Götterlehre Sängen und Sagen, Höhen und Gräbern die neue ſich erhebt und den Samen der Ewigkeit ausſäet— wie lautet da der Volksglaube? Was ſagt die Legende, die ſtill ihre Sagenkränze flicht um Wälder und Berge und Seeen? Was ſingen der Berge, der Höhen, der Ströme Völker, alle Harfen der Natur? Auferſtehung, Erneuung! Und getauft in der Liebe, in des Chriſtenthums Lebensſtrom, erhebt ſich die Legende, mit„lebendigem Waſſer“ begießend, mit unverwelklichen Blumen umſchlingend alles Leben⸗ dige und alles Todte, den zu Staub zerfallenden Greis, den verweſenden Stamm, die ganze Menſchheit und die ganze Natur.

Aber Alles was ſie— unſere Mutter Svea— davon weiß, von dem Urſprung der Welt und dem Ziele der Welt, hat ſie noch nicht geſagt. Unerſchöpft, unerſchöpflich iſt dieſer Schatz von Weisheit, den ſie in ihren ſchweigſamen Hainen, in ihren ſtillen Tiefen bewahrt. Und vielleicht verſetzte ſie der Schöpfer darum ſo ſeitwärts auf der Erde, ſo hoch hinauf in den Norden, damit ſie am längſten unter den Ländern ihre urſprüngliche Kraft bewahre, damit ſie, wenn ihre Geſchwiſter im Süden ermatten im Kampf und durch den Ueberreiz der Bildung, erneuende Lebenskraft über ſie ausathme; und damit die neue Wala, heraufſtei⸗ gend aus ihrer Schneehülle, der Welt ein neu pro⸗ phetiſch Lied ſinge, tief wie des Alten„wunderſame Weisheit, welche ſie in früheſter Zeit lehrte.“

Wann wurde es an Svpea's Wiege geſungen? Wir wiſſen's nicht. Dunkel bedeckt die älteſte Zeit. Lange iſt der Norden ein Land der Dämmerung und der Sagen. Von einem Land„hinter dem Nordwind,“ über„dem Volk der Schatten,“ nahe an„dem unbe⸗ weglichen Meer,“ wo„die Hyperboräer, die rechtſchaf⸗ fenſten der Sterblichen wohnen,“ ſprechen alte, dunkle Sagen bei den Völkern des Oſtens. Und die erſten einheimiſchen Sagen im Norden erzählen von ſeinen

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