Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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Jahre 1805,er habe dieſes gethan, weil ihm der be⸗

liebte Papageno oder die allbekannte Zauberflöte welche er ungefähr ſ echsthalbhundertmal gab vorzüglich auf die Beine geholfen hat.

Das mag ſein, indeſſen habe ich den guten Ema⸗ nuel, der gegen ſechs Fuß hoch iſt, einen Speckhals hat, wie weiland Vitellins, eine gute Klafter in der Peripherie mißt und ſo ein dritthalb Zentner wiegt, immer als einen etwas ſchweren Papageno gefunden!

In neueſter Zeit hat Schikaneder in dem verſtor⸗ benen Direktor Carl, der ſich ebenfalls in einer Figur an der Facade des Leopoldſtädter Theaters modelliren ließ, einen Nachäffer gefunden; ſo weit jedoch ging Emanuel's Eitelkeit nicht, daß er für das von ihm erbaute Theater den NamenSchikaneder-Theater prätendirt hätte, obwohl ſeine Verdienſte um die Volksbühne, zur Zeit, wo es ſich darum handelte, den Hanswurſt zu verdrängen, ohne Zweifel größer waren, als die des Direktors Carl, der die jetzige verderbte Richtung anbahnte.

Schikaneder gab im neuen Theater Luſtſpiele, Schau⸗ und Trauerſpiele und ſogenannte herviſche Opern; durch letztere trat er, wie ſeiner Zeit weiland Direktor Pokorny in Konkurrenz mit dem Theater nächſt dem Kärnthnerthore.

Verſchiedene Kabalen, vorzüglich aber die bornirte Aufgeblaſenheit ſeines damaligen Compagnons, des Kauf⸗

1859. XIX. Die Zauberflöte. II. 14