Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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Domkapellmeiſter⸗Stelle nicht zu gedenken; dabei ein lie

bes Weib und zwei unmündige, unverſorgte Kinder vor Augen, er ſelbſt erſt 35 Jahre alt. Man kann ſich vor⸗

ſtellen, wie bitter dem armen Meiſter der Gedanke an den Tod kam an den Tod, den er kommen fühlte.

Gerade jetzt, klagte er öfter,gerade jetzt ſoll ich fort, da ich ruhig leben könnte! Zetzt meine Kunſt ver laſſen, da ich nicht mehr als Sklave der Mode, nicht mehr von. Spekulanten gefeſſelt, den Regungen meiner Empfin dungen folgen, frei und unabhängig ſchreiben könnte, was mein Herz mir eingibt! Ich ſoll fort von meiner Familie, von meinen armen Kindern, in dem Angenblicke, da ich im Stande geweſen wäre, für ihr Wohl beſſer zu ſorgen!

Wen hätten dieſe und ähnliche Klagen nicht auf's Tieſſte erſchüttert?

Und ſelbſt in dieſen letzten Lebenstagen, wo ſchon der Todeswurm an ſeinem Herzen nagte, wich der Ge danke an das Requiem nicht aus ſeinem Kopfe deſſen Vollendung war ſein eifrigſter Wunſch.

Siehſt Du, ſiehſt Du, Stanzerl, ſagte er weh⸗ müthig,ich habe Dir's oft genug geſagt, ich ſchreibe das Requiem für mich!

Und von einem Gedanken erfaßt:Stanzerl, ich kann keine Feder mehr führen, aber da drinn iſt's noch lebendig, in meinem Kopfe wirbeln noch Gedanken herum.