Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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theilen könnte, er müßte alſo ſchweigen, folglich iſt ſchweigen nicht gut. Ein Weiſer behauptet zwar: Schwei⸗ gen ſei Gold! Zugegeben aber erſt, nachdem man ſich ausgeredet hat. Ich überlaſſe daher das Schweigen den Quäkern und Karthänſern und halte es mit dem Reden.

Sie ſind ja aber vom Thema ganz abgekommen?

Ich weiß es; dergleichen arivirt mir oft, allein es genirt mich nicht. Die Urſache, welche meine arme Schwe⸗ ſter zur Nothlüge vermochte, iſt folgende: Das arme Mädchen hat die unglaubliche Thorheit begangen, ſich in Sie zu verlieben.

Ich rief dazu nicht bloßOh! ſondern auch Ah! denn dieſe Liebe iſt ein Wahnſinn. Sie, Herr Graf, ſind jung, ſchön, vornehm, und meine unglückliche Schweſter... ich mag die Gegenſätze gar nicht hervor⸗ heben, denn ſie ſchneiden mir in die Seele. Ich habe ihr Vorſtellungen gemacht, habe ſie gebeten, beſchworen, dieſe tolle Leidenſchaft aus ihrem Herzen zu reißen... Alles blieb umſonſt! Ich liebe ihn, gab ſie mir in ihrer lei⸗ denden Weiſe zur Antwort, und kein Menſch auf dieſer Welt kann mir verwehren, ihn zu lieben. Was will ich denn? Ihn beſitzen? Nein! Dieſes wollen, wäre Wahn ſinn; ihn lieben iſt Seligkeit. Er wird ſich nächſtens mit einer jungen, ſchönen Gräfin vermählen; er wird glücklich

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