Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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ich iſt, nur in der äußeren Erſcheinung nicht. Während ich mißgeſtalt bin, iſt ſie ſchlank; während die Sehſtrah⸗ len meiner Augen ſich kreuzen, laufen die ihrigen parallel; urz, ich bin häßlich, ſie iſt ſchön! Dieſe meine Zwillings⸗ ſchweſter nun beſitzt eine Stimme, der meinigen täuſchend hhnlich; wir ſangen in Marburg abwechſelnd auf dem Ghore, und die jungen Herren, da man die Sängerin voom Schiff der Kirche aus nicht ſehen konnte, ſtellten oft butten an, ob ich oder meine Schweſter geſungen habe? Der Eindruck, den dieſe Enthüllung bei dem jungen Gyafen hervorbrachte, verurſachte eine Veränderung in ſeinem Innern, die wir weder mit einer Gefühlswendung, Umiſtimmung, noch mit einer Gefühlstheilung zu be⸗ zeichnen wagen. Es war von jedem etwas, ohne Eines vollkommen zu ſein. Um dies zu begreifen, muß man ſeinen bisherigen Herzensprozeß in's Auge faſſen.

Er hatte einen Geſang vernommen, deſſen ſympathi⸗ ſche Klänge ihn bezauberten; er hatte ſich, um lieben zu können, ein Ideal dazu geſchaffen.

Darauf glaubte er in der mißgeſtalteten Dienerin ſeiner Tante die Sängerin entdeckt zu haben.

Nicht ſo ſehr ihr Aeußeres, als ihr Stand vielmehr erfüllte ihn mit Schrecken; doch hörte die Liebe nicht auf,