Ein Paar Zeilen aus einem damaligen Reiſewerke ſollen nicht blos dieſe Frage beantworten, ſondern gleich⸗ zeitig die Scene veranſchaulichen.
„Aber Tanzen und Fechten, lautet die betreffende „Stelle, ſieht man viel in Wien, und alle Feiertage nach „der Mahlzeit lauft das Volk haufenweiſe zuſammen in etliche Wirthshäuſer, allwo man einiges Getänze in den „inwendigen Zimmern angeſtellt findet. Dabei in dem „inwendigen Hofe die Fechter ſich tapfer ſehen laſſen, „denen man aus den Fenſtern und von den Gängen herab zuſieht.“
Getanzt wurde nun im goldenen Pfau an dem obbe⸗ nannten Nachmittage nicht, denn der damalige Biſchof, Herr Melchior Khlesl, war nicht dazu angethan, den Wie⸗ nern an einem„Marientage“ das Tanzen zu erlauben, dafür aber wurde um ſo wackerer gefochten.
Und wie gefochten.
Herr Kaſpar Lametzhofer, ein Meiſter des langen Schwerts nach heutiger Bezeichnung„ein Fechtmeiſter“, hatte die obrigkeitliche Erlaubniß erhalten, ein„Rürfechten“
zu geben, das iſt ein Fechten, bis Blut fließt*) und lud die Freifechter ein, ſich mit ihm zu meſſen, das iſt, alle jene, die befähigt waren, wie er, Fechtſpiele zu liefern.
Es gab ſomit im genannten Wirthshanſe ein inter⸗ eſſantes Schauſpiel, und wann blieben Wiener einem ſolchen ferne?
Wie immer bei derartigen Spielen hatte der löbliche
*) Rüren, d. h. fließen, tropfenweiſe vergießen.
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