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erſten Juni kein Entſatz käme, dem Ungarkönig die Thore öffnen.— Der König gewährte ihnen Alles, und befriedigt verließen ſie das Ungarlager. Indeſſen zogen die kaiſerlichen Beamten aus der Burg; die Bürger übernahmen dieſelbe, um ſie für den König ein⸗ zurichten. Zugleich wurden Anſtalten getroffen, daß man dem Könige in einer feierlichen Proceſſion mit allem Gezier und Pomp entgegen gehen wolle; der Stadt⸗ rath, die Bürgerſchaft, die Geiſtlichkeit und die hohe Schule, Alle in den Univerſitätskleidern, verſprachen zu erſcheinen.
Da mittlerweile die Feindſeligkeiten eingeſtellt waren, ſo beſuchte Johann Cowin, des Königs viel⸗ geliebter natürlicher Sohn, die Stadt, bewunderte den Stephansdom, betrat die Burg, das Praghaus— Kaiſer Wenzels Gefängniß und vieler Fürſten Her⸗ berge— verſuchte eines der in großem Rufe ſtehenden Bäder, und eilte dann wieder zu den Zelten hinaus.—
Der für den Ungarkönig ſo heiß erſehnte Tag er⸗ ſchien. Die Morgenröthe des erſten Juni, des Vor⸗ abends vor dem Frohnleichnamsfeſte, ſtrahlte purpurn über den Auen dies⸗ und jenſeits des Donauſtromes; die Lüfte wehten ſchwül und verkündeten nahen Sturm. Das ganze Ungarlager war in geſchäftiger Bewegung, der Boden bebte unter dem Stampfen der ungeduldigen


