Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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dieſem Entſchluſſe, aber die Noth wurde immer drücken⸗ der; Mehl und Getreide gingen aus, und man ſah auf den Plätzen Wien's das Pfund Pferdefleiſch um ſechs Pfennige verkaufen. Nun wandte ſich die Bürger⸗ ſchaft an die Univerſitäz. Mit thränenden Augen baten ſie die Herren, ſich an den König zu wenden, um eine Linderung des ſchlimmen Zuſtandes zu bewirken; in einem drei⸗ oder viertägigen Waffenſtillſtande wollten ſie um den Frieden unterhandeln. Dieſe Bitte berück⸗ ſichtigend wurde großer Rath gehalten; der Rector, die Decane und Doctoren der Univerſität, der Abt von den Schotten, der Probſt von St. Dorothea und der Bürgermeiſter, Herr Stephan Hen, traten auf dem Rath⸗ hauſe zuſammen, und Letzterer trug eine klägliche Rede vor, deren Inhalt die Bitte war, bei dem Könige als Vermittler aufzutreten, indem dieſer den Gelehrten nichts abſchlage und ihrethalben gewiß ſeinen Zorn über die Stadt beſänftigen werde. Nun wandte ſich der Senat der Hochſchule an den eigentlichen Vertreter des Kai⸗ ſers— den Doctor Johann Keller, der in ſeiner ver⸗ zweifelten Lage, wie ein ſchlüpfriger Aal ſich durchwin⸗ dend, den ganzen Vorrath ſeiner ſtaubigen Schulweis⸗ heit in einer orakelförmigen Antwort erſchöpfte:„Er mißbillige das Verlangen der Bürger nicht, aber er rathe weder hiezu, noch halte er ſie von der Ausführung