51 Dem Gefangenen drohte das Herz im Leibe zu berſten.„Allmächtiger Gott!“ ſtammelte er ſchwach „iſt's Traum, iſt's Wirklichkeit— dieſe Stimme—“
„Nein, Wohlmuth!“ rief der Mönch„kein Traum, ich bin's— Dein Hannes— der Dich zu ſuchen umher⸗ gezogen und Dich zu befreien geſonnen iſt.“
Die ehemaligen Söldner lagen ſich in den Armen und es währte lange, ehe, beſonders der Gefangene, ſich zu faſſen vermochte. Hannes aber wandte ſich raſch zu ſeiner Begleiterin.„Trude“ begann er„Ihr habt mir bisher viel zu Liebe gethan, allein bliebet Ihr dabei, ſo hätte ich Euch wenig oder nichts zu danken, vollendet das wohlthätige Werk; der Himmel, deſſen Gnade Ihr ſo ſehr bedürft, wird Euer Thun gewiß nicht unbelohnt laſſen und Barmherzigkeit an Euch üben„ helft mir und dieſem Gefangenen aus der Burg.—“
Das Mädchen zuckte bei dieſer Bitte zuſammen. „Ihr fordert meinen Tod!“ rief ſie,„wenn es Schi⸗ kentanz erfährt, bin ich unwiderbringlich verloren.“
„Weiber ſind klug und liſtig“ entgegnete Hannes, Ihr werdet die Schuld von Euch ſchon abzuwenden wiſſen— Ihr begeht ein dem Himmel gefälliges Werk.“
Nach langem Schwanken und Zureden ſiegte das
beſſere Gefühl in Trudens Herz und ſie befahl den bei⸗ *


