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gewaltig, und als er die näheren Umſtände erfahren hatte, wann nemlich der Gefangene hieher gebracht worden ſei, glaubte er am Ziele ſeiner Reiſe zu ſein und ergriff mit Wärme Trudens Hand:„Ihr habt mir ein gutes Herz gezeigt,“ ſprach er,„und ich will hoffen, daß es Euch Ernſt iſt, dem Himmel dafür dankbar zu ſein, daß er Euern Herrn„der Euch doch näher an⸗ zugehen ſcheint, indem Ihr ſo herzlichen Antheil an ihm nehmt, von ſchlimmen Gepreſte geheilt hat; darum geſteht mir die Bitte zu, und leitet mich zu dem Gefan⸗ genen hinab, den ich zu ſehen vom Grunde meines Herzens wünſche.
Trude beſann ſich eine Weile„dann ſprach ſie: „Seitdem mein Herr darniederliegt, hat er dem Bla⸗ ſenfeld die Schlüſſel zum Verließe und den Rüſt⸗ kammern anvertraut„ich will verſuchen— denn der Trunkene dürfte ſo leicht nicht erwachen— derſelben habhaft zu werden; gelingt mir's, ſo ſoll Euerem Wunſche gewillfahrt ſein.“
Sie entfernte ſich und ließ den mit Ungeduld harrenden Mönch zurück.„Heiliger Gott!“ liſpelte dieſer, wie im frommen Gebete begriffen,„ſollteſt Du mich dem heiß erſehnten Ziele meiner Reiſe zugeführt haben, ſollte es Dein Wille ſein, den Unglücklichen ſei⸗ nen Lieben wieder zu geben, dann nimm meinen ſchwa⸗
Wien. II. 5


