Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Mitternacht war ſchon vorüber und der Mönch be⸗ gann, geiſtig und körperlich erſchöpft, eben zu ſchlum⸗ mern, als er durch ein leiſes Rütteln geweckt wurde.

Trude ſtand, eine Leuchte in der Hand vor ſeinem Lager.„Steht auf, ehrwürdiger Vater,“ flüſterte ihm die Dirne zu„ich hab mit Euch Wichtiges zu ſprechen.“ Der Angeredete erhob ſich raſch und das Mädchen fuhr fort:„Euch droht Gefahr, frommer Herr; Ihr müßt. fort von hier— noch in dieſer Nacht.“

Der Mönch über dieſe Anrede erſtaunt, ſah mit ungläubigen Blicken auf die Sprecherin.„Traut mei⸗ nem Worten“ fuhr dieſe fort, ich hege gegen Euch kein Falſch im Herzen; Ihr habt meinem Herrn die Geſund⸗ heit vom Himmel erfleht, und ich kann's nicht dulden, daß Euch eben von ihm eine Unbill wiederfahren möge. Vor einer Stunde war er nemlich erwacht und erzählte mir, daß er ſich ganz geſund fühlte und nach einigen Tagen ſchon das Lager und die Burg werde verlaſſen können. Hierüber äußerte ich meine Freude und gedachte Eurer, da Ihr gewiß viel zu ſeinem Geſund beigetra⸗ gen haben möget.

Da entſann ſich Schikentanz des Vorgefallenen, er wurde unwirſch darüber, daß er Euch ſein Bekennt⸗ niß abgelegt habe, indem er befürchtet, daß er Man⸗ ches vorgebracht haben dürfte, was ihm Verderben