Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

31

Sturmheulen und Donnergekrach wechſelten mit einan⸗ der ab, der ganze breite Himmelsbogen war mit ſchwar⸗ zem Gewölk umhangen, und die ſich aus demſelben losreißenden Blitze glichen grellen Flammen, die plötz⸗ lich in finſterer Nacht aus feuerathmenden Bergen auf⸗ zucken. Dabei rauſchte großtropfiger Regen herab, und die von den Gebirgsabhängen ſchnell geſammelten Waſ⸗ ſer braußten als Sturzbäche die gähe Tiefe hinab.

In einem kleinen Erkerſtübchen der Burg Hohen⸗ berg lag ein kranker Mann. Er ſelbſt wie ſeine Umge⸗ bung boten einen mitleidswerthen Anblick dar. Einige Wildfelle bildeten das Schmerzenlager, auf dem ſich der Lange dehnte und ſtreckte, und ungeberdige Fratzen ſchnitt. Eine Frauengeſtalt ſaß ihm zu Häupten und— da ſie ſonſt nichts zu thun vermochte— verſchwendete ſie ihr tröſtliches Zureden an dem Kranken, das ihr aber mit Fluchen und Schelten vergolten wurde.

Das herbeigekommene Gewitter hatte auf den Preßhaften einen üblen Eindruck hervorgebracht, ein ſcharfer Zug wehte in der Stube, der Wind gurgelte durch die zerſchmetterten Fenſterſcheiben, der Regen klatſchte draußen an das Gemäuer und ein feiner Spreu⸗ nebel durch die Lucken hereingetrieben, war auf den inwendigen Fenſterbrüſtungen ſichtbar.

„Verdammtes Wetter!“ keuchte der Kranke,„das