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läßt neu entfeſſelte Silberquellen über das Lager hin⸗ weg ſprudeln, badet es im Sternengefunkel und Mon⸗ denglanz, überhaucht es dann mit Sonnengold, beſchüt⸗ tet es ſchäckernd mit ſaftig grünen Gräſern, mit flim⸗ mernden Blumen und Blüthen, und wölbt ein ſchatten⸗ ſpendendes Blätterdach über ſeinem Haupte. Das Mägd⸗ lein aber, ob des liebewerbenden Hochzeiters erfreut, umhüllt ſich mit ſammetgrünem Kleide, ſteckt Lilien und Roſen vor dem züchtigen Buſen, läßt den duftigen Blütenſchleier wehen und wallen, und der Knabe jubelt auf, drückt die Schämige an ſein Herz und liegt trun⸗ ken in den Armen der Holden. So ſchläft das Mägd⸗ lein alljährlich den langen Schlaf, ſo erſcheint alljähr⸗ lich der Knabe, es zu wecken, ſo feiern alljährlich Mägd⸗ lein und Knabe ihr Verlobungsfeſt: die Erde mit dem Frühling. Nun ſo komm' auch dießmal herab du blumenreicher Himmelsbote, bring mit, all die Himmels⸗ gaben in deinem Füllhorn geſchichtet, und leer' es aus über das Land unſerer Heimat, vergiß aber auch den Frieden nicht; denn was frommt uns dein Son⸗ nengold, wenn es durch Pulverdampf verdeckt wird, was ſollen deine Saaten und Blüthen, wenn feindliche Roßeshufe ſie zerwühlen, was deine milden Ambradüfte, wenn wilde Kriegerhorden ſie einſchlürfen, was dein himm⸗ liſcher Jubelſang, wenn Kanonendonner ihn verſchlingt.


