Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Geſchichtliche Rück- und Seitenblicke.

Ein Mägdlein lag und ſchlief, jeder Theil ihres Kör⸗ pers ruhte, die Aeuglein waren geſchloſſen, der Mund ſchwieg und kaum fühlbar war ſein Odem. Iſt das unregſame Weſen todt, oder ſchläft es nur einen langen Schlaf? Was ſoll das weiße Lailach, das ſich, einen flockigen Schleier gleich um ſeinen Körper breitet; iſt es des Mägdleins Schutz während des langen Schlafes?— Was brüllt der Sturm aus der Nordenklauſe losgelaſſen, iſt er des Mägdleins Schlummer⸗ oder Todtenlied?— Da ſenkt ſich ein kleiner neckiſcher Knabe herab, ſein Wink macht den froſtigen Orgler verſtummen, ſein Bauch ſchmilzt das Flockenkleid hinweg, ein Kuß von ſeinen Roſenlippen flößt dem Mädchen neues Leben ein, es dehnt und ſtreckt die ausgeruhten Glieder, ſchlägt die Aeuglein auf und haucht dem goldlockigen Wecker ſeinen ſüßen Dank zu. Da jubelt der Knabe ausge⸗ laſſen wie mit tauſendſtimmiger Kehle ein Freudenlied, und beginnt um das Mägdlein herum einen Freudentanz,