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Alt- und Jung-Israel : Sittenbilder / von Eduard Breier
Entstehung
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153 die ganze Nedann, welche jetzt Noßele bekommen hat, war ein ſeidener Tales mit einem ſchmalen Goldbörtel ¹), drei Pfund Zizes, ein alter Lulew, ein Paar verſchim⸗ melte Eßrogim, darauf haben ſie ſich geben laſſen Chuppe Keduſchen*) und ſind geweſen Mann nnd Weib.

Schmule war ein reicher Kaufmann, Noßele ein fleißiger Schuſter.

Reb Haſch hatte an beiden Söhnen ſeine Freude gehabt, aber Schmule war in Wien ein großer Gaiwe⸗ nik*) geworden und hat ſich geſchämt, daß ſein Bruder nur ein Schuſter iſt, dadurch iſt zwiſchen Beiden eine Feindſchaſt eingetreten.

Schmule hat ſich um Noßele nicht ungeſehen, und Noßele hat zu ſeiner Fradl geſagt:Liegt ihm an mir nichts, ſo liegt mir auch an ihm nichts; er iſt ein Koozen*) und ich ein Handwerker; ich verſtehe meine Profeſſion, und ſo lange die Mode nicht aufkommt, bloßfüßig zu gehen, ſo lange werde ich auch zu leben haben; nicht wahr, Fradl, mein Kind?

Statt der Antwort fiel ihm Fradl um den Hals, und weinte Freudenthränen.

Er ſetzte ſich hierauf auf den Dreifuß und arbeitete weiter.

Der alte Vater gab ſich freilich viele Mühe, zwiſchen den Kindern den Vermittler zu machen, um ſie auszu⸗

¹) Goldborte.*) Vermählen. ³) Ein ſtolzer Menſch. ²) Ein reicher Mann.