Druckschrift 
Alt- und Jung-Israel : Sittenbilder / von Eduard Breier
Entstehung
Einzelbild herunterladen

149

Glauben Sie das nicht, lieber Noße, es gibt ſchon Leute, die es merken und anerkennen.

Bei dieſen Worten ſchlug Fradl die Augen unter, aber Noßele wußte nicht, was das zu bedeuten hat, er war nebbech ein großer Schlumeſalnek.

Nach einer Weile fuhr Fradl fort:Sehen Sie, lieber Noße, ein Menſch, der aus ſich ſelber nichts macht, aus dem machen auch die Leute nichts; darum muß man nicht immer auf einem Fleck ſtehen bleiben, ſondern man muß vorwärts trachten, immer höher wollén.

Das habe ich mir auch ſchon gedacht! antwortete Noßele,aber ich weiß nicht, wie ich es anfangen ſoll, ich glaude, es wird das Beſte ſein, ich mache es ſo wie mein Bruder und gehe auch in die Fremde.

Wie? Sie wollen fort von hier! rief Fradl er⸗ ſchrocken, und dabei iſt ſie blaß geworden, wie eine Wand.

Auch das iſt dem Noßele nicht aufgefallen, denn er war nebbech ein großer Schlumeſalnek.

Muß ich nicht? antwortete er,was wird hier aus mir werden?

Ihr Vater ſoll Sie in ſein Geſchäft nehmen.

Das mag ich nicht? ich will kein Handelsmann werden.

Fradl ſchüttelte den Kopf und ſagte ganz traurig: Sie wollen nicht, das thut mir ſehr weh!

Und warum denn?