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angeſehen hat, ſo wurde er feuerroth und ſchlug die Augen unter.
„Warum ſind Sie ſo ſtill, lieber Noße2“ fragte ſie.
„Weil— weil ich nicht weiß, was ich reden ſoll!“ kekezte*) er.
Eine andere Mad hätt' ihn vielleicht ausgelacht, aber Fradl that dieß nicht, ſondern ſah ihn betamt*) an, und ſagte:„Lieber Noße, erzählen Sie mir etwas.“
„Was ſoll ich Ihnen erzählen? Sie wiſſen mehr wie ich, ich weiß nichts, gar nichts, mir iſt's jetzt in meinem Kopfe, wie es vor Erſchaffung der Welt ge⸗ weſen iſt.“
„Sie ſind ein kindiſcher Menſch, lieber Noße“, ſagte Fradl,„Sie müſſen mehr Vertrauen zu ſich ſelbſt haben“.
„Mein Gott! wie kann ich das, wenn die ganze Khille ſagt, ich wär ein Schlumeſalnek.“
„Laſſen Sie die Leure reden, man kann es, be⸗ ſonders bei uns Jüden, Niemanden recht machen, nicht der Kopf, ſondern das Herz macht den Menſchen, wenn das Herz ſchlecht iſt, ſo kann der Kopf ſo voll Gelehrtheit ſein, es nutzt Alles nichts; Sie aber haben ein gutes Herz, gewiß ein ſehr gutes Herz.“
„Ja, weiß Gott!“ ſagte Noßele,„mein Herz iſt gut, aber das Herz iſt verborgen in der Bruſt und Nie⸗ mand ſieht es.“
²) Stottern. ²) Angenehm, lieblich, geſchmackvoll.


