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Alt- und Jung-Israel : Sittenbilder / von Eduard Breier
Entstehung
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Dienſten ſtand, mußte dem jungen Herrn Alles zuſam⸗ menpacken, und in vier Tagen darauf ſollte Schmule mit einem Kaufmann, der grad nach Wien ging, um dort einzukaufen, abreiſen.

Da ſich die Brüder gut mit einander vertragen hatten, ſo weinte Noßele bei Schmule's Abreiſe; als dieſer ſchon auf dem Wagen ſaß, ſprang er noch einmal zu ihm hinauf, und küßte ihn, und Reb Haſch weinte auch, endlich rief er:Na, fahr' in Gottes Namen, mein Kind! Noßele ſteig herunter vom Wagen!

Noßele ſtieg auch gleich herunter, blieb aber am Radnagel hängen, und zerriß ſich die neue Mancheſter⸗ hoſe; der Wagen fuhr fort und alle Andern, die zurück⸗ geblieben waren, haben zu Noßele gerufen:Haßt e Schlumeſalnek!).

Noßele war jetzt allein zu Hauſe. Da er frü⸗ her bei allen ſeinen Jugendſpielen den Bruder zur Seite gehabt hatte, und dieſer jetzt fort war, hing er ſich an einen andern Chawer*) und das war Lebele, der Sohn vom nächſten Nachbar, der mit Taleßim, Zizes*) und Eßrogim*) handelte, und ſich nebſtbei mit Schad⸗ choneß*) abgab.

Lebele hatte aber eine Schweſter, welche bereits neunzehn Jahr alt war; dieſe Schweſter hieß Fradl.

¹) Iſt das ein Schlumeſalnek. ²) Kamerad. ³) Schaufäden. *) Paradiesäpfel. ²) Ehekuppler oder Senſal. Alt u. Jung Iſrael. 10