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Vater hätte vielleicht den Noßele verachtet, und ihn um Manches verkürzt, und den Schmule beſſer bewacht und erzogen, aber er that es nicht; keiner der Brüder hatte einen Grund, den zweiten um das Geringſte zu be⸗ neiden, und wenn der Vater von ſeinen Kindern ſprach, ſo war der einzige Unterſchied, den er ſich erlaubte, der, daß er den Einen:„Mein Schmule“, den andern aber„Mein Schlume ſalnek“ nannte; jedoch ge⸗ ſchah auch dieß nur dann, wenn keiner von Beiden an⸗ weſend war.
Als Schmule ſechzehn Jahr alt geworden war, ſagte Reb Haſch zu ihm:„Mein Sohn, du biſt erwachſen, du haſt Etwas gelernt, du mußt jetzt auch die Welt pro⸗ biren, und mußt in die Fremd'! Die Fremd' iſt der Schleifſtein, an welchem die Ecken und Spitzen von einem Menſchen abgeſchliffen werden, damit er ohne An⸗ ſtoß in der Welt fortzukommen im Stande iſt. Ich werde dich nach Wien ſchicken, dort habe ich einen Ju⸗ gendfreund, der eine angeſehene Firma führt, bei ihm wirſt du eine Stelle finden, und dich zu einem tüchtigen Buchhalter ausbilden. Wenn du fleißig und brav bleibſt woran ich gar nicht zweifle, ſo wirſt du dort gut auf⸗ genommen ſein, und man kann nicht wiſſen, ob du nicht in Wien dein Glück machen wirſt.
Wie Schmule gehört hat, daß er nach Wien ſoll, war er vor Freude ganz außer ſich, die alte Mad welche bei Reb Hg ſch ſeit dem Tode ſeines Weibes in


