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Alt- und Jung-Israel : Sittenbilder / von Eduard Breier
Entstehung
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und geputzt finden konnte, als an jenen Tagen, wo das Dragoner⸗Regiment zum Exerzieren aus- und ein⸗ rückte.

Werfen wir unſern Blick auf ein Fenſter im erſten Stocke eines Hauſes, ſo bemerken wir dort zwei Frauen⸗ geſtalten. Im erſten Augenblicke hätte man Beide für Mädchen halten ſollen, denn ihr Ausſehen ſowohl, als das nach der neueſten Mode friſirte, Haar ließen dieß vermuthen; dem war aber nicht ſo; denn die Eine von ihnen war Herrn Elias Löwengrubs eheliche Haus⸗ frau, welche, ſo wie die meiſten Frauen in Großflau⸗ ſendorf, mit der Reformation ſchon ſo weit vorgeſchritten war, daß ſie nur einmal im Jahre eine Haube auf⸗ ſetzte, und zwar am ſogenannten Langen⸗ und Ver⸗ ſöhnungstage.

Der Name dieſer ehrenbedürftigen Dame war eigent⸗ lich Zirl, da aber Herr Elias ſehr reich war, ein ſehr großes Haus führte, und die Offiziere des Kavallerie⸗

Regiments ſich daſſelbe bei jedesmaligem Garniſonswechſel

wie einen wichtigen Poſten förmlich übergaben, ſo wird jeder Vernünftige leicht einſehen, daß dieſer hochſt pro⸗ ſaiſche, unmelodiſche, antike Name nicht beibehalten werden konnte, und Frau Zirl überſetzte ihn daher ins Romantiſche und nannte ſich Cäcilia!

Dieſe Ueberſetzung war zwar etwas untreu, das thut aber nichts zur Sache, Frau Zirl liebte die Treue ohnedem nicht.