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Alt- und Jung-Israel : Sittenbilder / von Eduard Breier
Entstehung
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1.

E⸗ iſt ein wunderhübſcher Frühlingsvormittag; die dritte Eskadron des Dragoner⸗Regiments ruͤckte eben vom Exerzie⸗ ren ein. Ein Gußregen hatte am vorigen Abend den Staub, welcher ſich gewöhnlich zur ſchönen Zeit in den unge⸗ pflaſterten Straßen Großflauſendorf's ſammelte, angefeuchtet, wodurch Mann und Roß der ſtolzen Reiter⸗ ſchaar in ihrer glorreichen Herrlichkeit geſehen werden konnten Die Trompeten ſchmetterten, die Fenſter flogen auf, Mädchen und Frauen erſchienen an denſelben und bewunderten zum hun⸗ dertſten Male, was ſie ſchon neun und neunzigmal angeſtaunt hatten. Es iſt eine ganz eigene Sympathie, welche Frauen für den Kriegerſtand, namentlich aber für den hoch zu Roß ſitzenden, an den Tag legen; in einem viel höheren Grade aber zeigt ſich dieſe Hinneigung in kleinen Städten bei jenen Frauen, deren Ahnen einſt aus Eghypten zogen, um von den Söldnern Pharaonis verfolgt zu werden: in dieſer Beziehung, muß man geſtehen, ſind jene Frauen die größten Patriotinnen, die es nur geben kann, denn ſie hängen oft mit unvertilgbarer Liebe an den Vertheidigern des Vaterlandes. Auch in Großflauſendorf wollte ein Naturfor⸗ ſcher die wichtige Bemerkung gemacht haben, daß man die ſchönen Israelitinnen daſelbſt nie ſo zeitlich geſchniegelt