204
abermals des Raths gepflogen, wobei ſich nebſt dem Stadtfeldhauptmann und anderen kriegserfahrenen Be⸗ fehlshabern auch die kaiſerlichen Hauptleute Tiburtius von Zinzendorf, Caſpar von Lamberg, Andreas Gall und viele Andere einfanden. Der Plan des Angriffes wurde entworfen, und da man auf feindlicher Seite die Uebermacht wußte, ſo mußte man ſich die größte Wirkung von den Geſchützen verſprechen; es wurden daher dieſe auch am meiſten berückſichtigt. Man hätte kaum vermuthen ſollen, daß ein Mann, der wie Herr Stephan Den, meiſt nur mit ſtädtiſchen Rechts⸗ und Gerichtsgegenſtänden beſchüftigt war, auch in Kriegsſa⸗ chen ſo wahre treffende Bemerkungen zu machen im Stande ſei. Die Hauptleute bewunderten ſeinen Scharf⸗ ſinn und ſchämten ſich nicht, ſeiner Meinung beizupflichten.
Zu derſelben Zeit ſaßen zwei junge Söldner ver ihrer Heerhütte und während die andern Kameraden der Ruhe pflegten, unterhielten ſie ſich in leiſer Zwieſprache miteinander;— es war Wohlmuth und Hannes.
Es dürfte ſchen Mancher die Bemerkung gemacht haben: daß bei Jünglingen zwiſchen ſiebzehn und zwan⸗ zig Jahren ſowohl in körperlicher als geiſtiger Hinſicht die größte merkbarſte Veränderung vor ſich gehe. Beim weiblichen Geſchlechte tritt dieſe Periode früher ein, und ſie wird gewöhnlich zwiſchen dem fünfzehnten und


