Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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ſah ſie im Geiſte hinter den ſchwarzen Wolkenmaſſen den goldigen Hoffnungsſtrahl hervorbrechen; der Sturm ſchwieg, die Berge ebneten ſich, ein verſöhnender En⸗ gel ſchwebte über die windesſtille Fläche— ein großer duftiger Kranz fiel herab, und umſchloß ſie und Wohl⸗ muth in einem Blüthenkreis.

„Du weißt es wohl ſchon Geliebte“ begann Wohl⸗ muth wieder,„daß wir Morgen von hinnen ziehen?“

„Wohl hat mir der Vater die traurige Kunde be⸗ reits mitgetheilt“ entgegnete Agnes ſeufzend,„auch er geht mit, er wird Euer Führer ſein. Ach Wohlmuth! wer weiß, wenn ich Dich wieder ſehen werde?“—

„Wenn? ſagte der Jüngling raſch,„in einigen Tagen gewiß.“

Agnes ſchüttelte das Lockenhaupt.„Wohlmuth“ begann ſie zitternd,„ſollte Dir nun etwas Leides geſche. hen, eine ſchwere Wunde, oder— heiliger Gott— etwa gar der Tod zu Theil werden, ich würde es nicht über⸗ leben, denn ich trüge die Schuld daran.“

„Du?“ fragte der Jüngling zärtlich.

„Wer denn, als ich?“ klagte die Jungfrau,„hab ich nicht den unſeligen Zunder zuerſt in Dein Gemüth ge⸗ worfen, der Dich, um meine Hand zu erringen, in den Solddienſt trieb, o daß ich dieſen tollen Gedanken nie gedacht hätte.“