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das Herz horcht im leiſen Schlage ängſtlich nach der Außenwelt, jeder Laut dringt zu ihm, jeden Hauch fühlt es bebend, es ahnet die beglückende Nähe des ver⸗ wandten Herzens, jauchzt ihm entgegen und zerfließt in nie gefühlte Wonne, wenn der Buſen an dem Buſen ruht. Heiliger Gott, der Du über alle Welten thronſt, erhaben unanſchaubar, nicht durchdenklich, von dem das tiefſte Sinnen, der größte Aufſchwung des menſch⸗ lichen Geiſtes nur eine Ahnung zu ergründen ver⸗ mag, Du dreimal heiliger ewiger Gott, nur Du ver⸗ mochteſt, ſolch ein Gefühl in unſ re ſchwache Bruſt zu pflanzen, eine ganze Welt in den kleinen Raum zu ſchmiegen, ein flammendes All in die zerbrechliche Schale.
Horch! jetzt klirrt ein Riegel am rückwärtigen Pförtchen des Gartens, eine Geſtalt ſchleicht herein, raſch ohne Verzug, eilt ſie in eine der Lauben und har⸗ ret in ſtiller Sehnſucht der kommenden Augenblicke.
Jetzt rauſcht es geiſterhaft aus der Ferne daher; ein weißer Schatten ſchwebt durch die ſtillen Gänge, ätheriſch bewegt ſich die zarte Geſtalt, unhörbar leicht, wie eine Rauchwolke vom Winde angeweht, dahin fließt. In der Laube finden ſich die Liebenden, ihre Her⸗ zen ruhen wieder an einander die Lippen berühren ſich
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