Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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Träume; nur ſie wachte, die immer rege, unruhvolle, die ſüße zauberwirkende Liebe wachte, um ſelige Stunden des Beiſammenſeins zu genießen. Wohl ſchön iſt's an der Seite der Geliebten zu tändeln, wenn draußen die Sonne ſengt und brennt, ein kühles Blätterdach ſich ſchützend ober den Häuptern wölbt, zu den Füßen eine friſche Quelle murmelt, welche die Liebesworte zu wiederholen ſcheint, und ein leiſer Luft⸗ hauch durch die Blätter ſäuſelt das Liebesgeflüſter des beglückten Pärchens gleichſam nachahmend; wohl an⸗ muthig iſt's auch mit der Geliebten zu koſen, unter Gottes lieben freien Himmel, wenn die Sonne, eben hinabge⸗ ſunken, die kühlenden Schatten heraufbeſchwört, wenn die Blumen ihren duftigen Buſen öffnen und die Luft mit Ambra ſchwängern, wenn die Nachtigall das letzte Liedchen flötet, dann ihr Ruheplätzchen ſucht und Alles ſo ſtill und ruhig wird, ſo traulich und wonnig, ach, wer da der ſüßen Minne pflegen könnte!— Aber am herrlichſten iſt's an der Seite der Geliebten in ſtiller Nacht, wenn die Erde, ein ruhig Grab, da liegt, das verrätheriſche Licht ferne, und trauliches Dunkel Alles umſchleiert hält, wenn nur winzige Sterne am blauen Bogen flimmern, des Mondes Silberlicht in leichten Wellen dahinzieht, und kein Lauf die ſüße Ruhe ſtört;— da wird es in der Seele Tiefen ſo ſchaurig ſtill.