Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

wahrſcheinlich in aller Frühe das Weiße ein Bischen zu gut gemundet.“

Sleine Töpfe gehen bald über. Der Thurner ſpru⸗ delte daher früher auf:„Bei St. Stephan wo ich Thur⸗ ner bin, das iſt ein Schwengel, ein kecker Lungerer, ein Bettler.“

„Selbſt Bettler!“ rief der Zerlumpte auffahrend.

„Bettler vorn, Bettler hinten,“ unterbrach ihm Michel im befehlenden Tone,„der Sache wollen wir ſchon auf den Grund kommen, kennſt Du die Bettler⸗ Satzung vom Jahre 43—“

„Was kümmert mich Euere Satzung,“ grollte der Angegriffene.

„Sie wird Dich ſchon kümmern!“ grinste der

Rathsknecht,„Donnerwetter, das wäre eine ſchöne Ord⸗

nung, wenn wir, die Bedienſteten, nicht darauf ſchauen würden.“

Der Jüngling war zu aufgebracht, um einen rei⸗ fen Entſchluß faſſen zu können, und war auch nicht ge⸗ wohnt eine Laune oder Leidenſchaft zu bekämpfen; es würde daher jedenfalls zu Thätlichkeiten gekommen ſein; bei denen er unſtreitig den Kürzeren gezogen haben würde, und die ihn wahrſcheinlich, wegen öffentlicher Balgerei eine Stunde lang an den Pranger gebracht hätten, allein, ein günſtiger Zufall machte dem Streite ſchnell Wien I. 3