in der größten Verlegenheit, ſie wähnten ſich zu vornehm um mit dem Bettler an einem Tiſche zu ſitzen; beſonders verletzend war es für ſie, daß emige der Gäſte mit ſchee⸗ len Blickeh hinüber glotzten; ſie ſannen daher auf eine Gelegenheit ſeiner los zu werden. Der Rathsknecht glaub⸗ te hiezu ein ſicheres Mittel zu beſitzen.
Er wendete ſich mit den barſchen Worten an den Unwillkommenen:„Wo haſt Du Dein Zeichen Junge?“
Dieſer blitzte den Ungeſtümmen einen Augenblick lang an, dann aber ſprach er:„Welch ein Zeichen meint Ihr?“
„Vom Sterzmeiſter*),“ entgegnete der Lange.
Der Jüngling ſtierte dem Dürren ins Antlitz, daß ihm um's Herz ordentlich gruſelig wurde, erwiederte aber ganz langſam:„Ich bin kein Bettler.“
Der Rathösknecht glaubte ſich angelogen und fuhr im Bewußtſein ſeiner amtlichen Stellung auf:„Das wollen wir unterſuchen!“
„Bei St. Stephan, wo ich Thurner bin,“ half ihm ſein Gevatter,„das muß unterſucht werden.“
Der Jüngling ſchaute bald den Einen bald den Andern an, und da er die große Anzahl Krüge auf dem Tiſche gewahrte, ſprach er bitter lächelnd:„Euch hat
*) Bettelvogt.


