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Stadtſchranne, kaum vierzig Jahre alt, weil die frühere, auf der andern Seite geſtandene, abgebrannt war. Die übrigen Häuſer des Platzes, mehr oder min⸗ der ſchön, ſchauten finſter mit ihren alten grämigen Ge⸗ ſichtern auf das lebhafte Treiben des Marktes, und glichen daher vollkommen jenen Pedanten von Menſchen, die mit Hohn und Mißfallen auf das Leben der jün⸗ geren Welt niederblicken, welcher ſie entweder ſchon entwachſen, oder mit der ſie nicht zeitgemůß vorwärts geſchritten ſind.
Der Schranne gegenüber in der Mitte des Pla⸗ tzes befand ſich der von einer niederen Mauer einge⸗ raumte Fiſchmarkt, zwei hundertjährige Linden be⸗ ſchatteten ihn, aufwärts ſtand der gemauerte Fiſchbrun⸗ nen, von welchem das Waſſer in die Kälter der Fiſcher geleitet wurde.
Abwärts vom Fiſchmarkt lagerte eine Gruppe niederer Hüttleins, die„Häringer⸗Hütten,“ ge⸗ nannt, wo Stockfiſche und Gänſe feilgeboten wurden. Wieder tiefer, dem Platze gegenüber, wo die alte Schranne geſtanden hatte, ſtand der Pranger, auf deſſen Spitze die Gerechtigkeit zu ſchauen war, welche ein ſäuertöpfiſches Geſicht machte, und blind für all' die Unbilden blieb, die ihr von den muthwilligen Gaſ⸗ ſenjungen zugefügt wurden, indem ſie ihr bald Foth


